Dienstag, 12. März 2013

kleiner Bericht vom Beratungsgespräch:


also Gaia, Monika und ich waren letzte Woche beim Wohlfahrtswerk und haben Gedanken ausgetauscht mit Herrn M.

Zuerst was konkretes: wir haben die Hürden, die sich in unserem Weg aufbauen, betrachtet und in eine Reihenfolge gebracht.
1) Wohnraum finden: Herr M. empfiehlt, Wohnungsbaugenossenschaften anzuschreiben und das Projekt dort vorzustellen. Außerdem wäre die Stadt ein Ansprechpartner unter dem Stichwort "Raumplanung, Strukturentwicklung"
2) Träger/Geldgeber finden: Herr M. empfiehlt, Stiftungen anzuschreiben - unter dem Stichwort "Inklusion".
3) Kosten kalkulieren: Herr M. empfiehlt, sich zu diesem Thema mit einem ambulanten Dienst zusammen zu setzten - und dabei zu bedenken, dass man mit WG's zwar nicht reich werden kann, ambulante Dienste aber in der Regel trotzdem großes Interesse an WG's haben (viele Kunden mit wenigen Wegezeitverlusten... Anschlusslösung für Klienten, die zu Hause nicht mehr betreut werden können...)
4) Beratung akquirieren: Herr M. empfiehlt, noch mal zu überlegen, welchen Beratungsbedarf wir überhaupt hätten und vielleicht mal eher den Austausch mit bestehenden WG's zu suchen (bsp. in Sachen Kalkulation) - weil die allermeisten Beratungsangebote Geld kosten. Vom KDA gibt es wohl eine Förderung -  aber nur einmalig und nur für "Beratungskosten bei Planung- und Konzeptentwicklung".

Und im Detail: Herr M. hatte unser Konzept sehr genau gelesen und ein paar Punkte mit uns betrachtet.
* Aus seiner Erfahrung ist es für WG-Bewohner ein Problem, wenn sie im Lauf der Zeit in die Sozialhilfe rutschen. Denn Menschen in der Pflegestufe 1 und 2 bekommen ja von den Kassen weniger Leistungen, wenn sie "in einer privaten Häuslichkeit" - also ambulant versorgt werden und nicht im Heim wohnen. Was die Kassen nicht zahlen, muss das Sozialamt übernehmen - und das findet dann diese Wohnform schnell zu teuer und drängt in der Praxis wohl darauf, "in's Heim zu verlegen", wo dann die Kosten wieder zu Lasten der Kassen anfallen. Das Wohlfahrtswerk prozessiert wohl in dieser Sache schon seit geraumer Zeit - und wird hoffentlich einen Präzedenzfall "im Sinn der WG" erstreiten.
* Aus Sicht von Herrn M. haben WG's außerdem einen relativ hohen "Belegungsdruck" - weil natürlich Einnahme-Ausfälle (Leerstand) in so kleinen Einheiten schlechter weggesteckt werden können als in großen Häusern großer Träger. Und unter diesem Belegungsdruck kann sich die Bewohnerstruktur ungewollt so verändern, dass die "Beteiligung" darunter leidet. Also im Idealfall würden wir ja solche Bewohner aussuchen, die besonders nett sind und ganz besonders nette Angehörige haben, die mitmachen und gute Stimmung verbreiten und durch ihre Mitarbeit helfen, Kosten zu senken... Wenn das Geld knapp wird, könnten aber vielleicht auch andere Erwägungen entscheidend werden.... Der Gedanke der Beteiligung oder "geteilten Verantwortung" sei aber das Herzstück einer gelingenden WG, sagen alle Experten, nicht nur der Herr M.
* Deshalb hat Herr M. empfohlen über die Größe der WG noch Mal nach zu denken - 12 statt 8 Bewohner würden den "Belegungsdruck" mildern. 12 Menschen wirke zwar viel - zu viel, um in individuellen Kontakt treten zu können.  Auf der anderen Seite sei dem Lebensalter aber geschuldet, dass nicht jeder jeden Tag in der Verfassung wäre, an Gruppe teil zu nehmen. So dass man quasi zu zwölft wohnen müsse, um zu etwa acht zu leben.
* Dann war eines unserer Themen der Nacht-Dienst. Aus Sicht der WG könnte man ja sagen, dass dieses das Problem des ambulanten Diensts wäre, der die Betreuung übernähme - und dann halt je nach Bedarf und Pflegestufe für eine Bereitschaft sorgen muss. Herr M. meinte aber, dass die Entscheidung in eine WG zu ziehen eben meistens damit zu tun hat, dass ein Mensch 24 Stunden jemanden braucht, der einfach da ist und dass damit dann eben irgendwann das pflegende Umfeld überlastet ist und Entlastung in einer WG sucht. Also sei eine "Präsenz rund um die Uhr" zwar vielleicht keine gesetzliche aber eine menschliche Vorgabe. Und natürlich ein erheblicher Kostenfaktor. Über Finanzierungsmodelle über Betreuungsgelder haben wir ansatzweise auch gesprochen.
* Ja und dann hat uns Herr M. erzählt, wie das Wohlfahrtswerk versucht, Strukturen zu schaffen, die die üblichen Machtverhältnisse (Pflege als normgebende Instanz, Hierarchisierung der Beziehung) überwindet. Und zwar haben sie in einem ihrer Häuser die Pflege abgeschafft/outgesourced und holen sie über mehrere ambulante Dienste von außen hinzu. Die ambulanten Dienste haben Touren, versuchen also nicht auf einem überschaubaren Raum (Station) die Prozesse zu optimieren, so dass sich Ablaufroutinen entwickeln - sondern gehen, wie sie vom Klienten/Bewohner beauftragt werden über alle Stockwerke des Hauses. Die ehemaligen Stationen wurden unterteilt in kleine Wohneinheiten, denen jeweils eine Präsenzkraft fest zugeordnet ist, die nicht aus der Pflege kommt und deshalb auch nicht "mal schnell einspringen kann" zu Lasten der Betreuung.
Aus Sicht von Herrn M. ist der Gedanke der "Ganzheitlichkeit" für Pflegende oft eine zu hohe Forderung und für die Gepflegten eine potenzielle Demütigung - weil die Beziehung zwischen Pflegenden und Gepflegten eben eine Beziehung zwischen Helfendem und bedürftigem Hilfeempfänger sei und damit hierarchisch/asymetrisch  -  wenn die beiden zusammen auf dem Klo sind sowieso aber eben auch, wenn die beiden am Kaffeetisch Biografiearbeit machen. Also ist es besser, wenn die "ganzheitliche Bedürfnisbefriedigung" eben nicht exklusiv in Händen Pflegender liegt - sondern viele verschiedene Menschen und Professionen und Blickwinkel integriert.
* Ach ja und zugestimmt hat uns Herr M. übrigens sehr, bei der WG einen integrativen Ansatz zu wählen - also keine reine "Demenz-WG" auf zu bauen sondern eine Gemeinschaft von Menschen mit unterschiedlichen Graden der Orientierung. Denn aus seiner Erfahrung und persönlichen Überzeugung wird diese Form dem betreuten Menschen gerechter und schafft mehr Möglichkeiten für das Umfeld sich zu identifizieren, inkludieren, investieren...

so jetzt aber: genug geschwätzt
herzlicher gruß lalu

Mittwoch, 20. Februar 2013

also, wir sind eingeladen,


von dieser "Initiative Wohngemeinschaften" vom Wohlfahrtswerk Baden-Württemberg (http://www.iwo-bw.de/ziele.html) zum Beratungsgespräch.
Am 07.03. Monika Haas, Gaia und ich gehen hin.
Wenn sich noch jemand anschließen mag: bitte, sehr gerne!

Außerdem hat die Heimaufsicht Stuttgart uns mittlerweile schriftlich bestätigt, dass wir nicht in ihre Zuständigkeit fallen - solange wir am Konzept nix gravierendes ändern und solange die Gesetzesnovelle, die für Jahresmitte erwartet wird, keine gravierenden Änderungen mit sich bringt.

jetzt also wären die nächsten Hürden:
* Verein gründen - wer ist bereit, Mitglied zu werden?
* Wohnung finden - wer hat Ideen, wie man in Stuttgart an bezahlbaren barrierefreien Wohnraum für 8 Menschen kommt ;)
* Ambulanten Dienst finden oder "erfinden" - wer kennt sich aus in der Szene?
* Bewohner finden - wer kennt Menschen mit Unterstüzungsbedarf, die das Konzept "gemeinsam leben", innerlich mittragen und am Besten noch engagierte Angehörige haben?

herzlicher Gruß
lalu

Hier unten, unterhalb von der gestrichelten Linie, besteht die Möglichkeit hier Text zu veröffentlichen - bitte klickt auf dieses rote "Keine Kommentare". Mittlerweile ist das ganz einfach zu bedienen und dabei kann man auch anonym bleiben, wenn man mag... ;)))))))))))

Donnerstag, 7. Februar 2013

ja also jetzt geht's aber ma flott voran...,


das Gespräch mit der IWO-Initiative ergab, dass wohl keine Beratung so gut ist, wie die, die wir dort selbst bekommen können. Und zwar beschäftigt diese IWO anscheinend seit Januar eigens einen Menschen, der nichts tut als zu Wohngemeinschaften beraten. Ich hab jetzt mal diesen Konzept-Entwurf dort hingemailt und mit Fr. Hastedt vereinbart, dass wir dann mal einen Gesprächstermin vor Ort machen.
Wer kommt mit???? ;)

Hier zum mal informieren: http://www.iwo-bw.de/

herzlicher Gruß
lalu

Gute Nachricht!!!!!!



ein freundlicher Herr von der Stuttgarter Heimaufsicht meinte grad am Telefon, er habe unseren Konzeptentwurf geprüft und sei zu der Überzeugung gekommen, dass das was wir vorhätten KEIN HEIM werden würde! Insofern hätten wir mit ihm künftig nix zu schaffen!

Noch muss der freundlicher Herr das intern abklären. Aber er meint, bis Ende nächster Woche könnten wir mit einem schriftlichen Bescheid in diesem Sinne rechnen.

Und dann hat er noch erzählt, dass die Heimaufsicht in Stuttgart aus 2,5 Vollstellen bestünde und eine Kollegin im Dauerkrank sei... ach, was für ein Elend allerorten!

Gut, aber davon müssen wir uns nicht verdrießen lassen, meine ich. Wir können uns jetzt also an Förderer und Unterstützer im privat-bürgerschaftlichen Bereich wenden... 
Welche da am Besten wären versuch ich noch abzuklären mit der "IWO- Initiative Wohngemeinschaft für Pflegebedürftige in Baden-Württemberg" und halt Euch auf dem Laufenden.

mit frohgemutem Gruß
lalu

Freitag, 1. Februar 2013

Und dann war da noch die Sache mit der "Freiberuflichkeit":



wenn es uns also gelänge in Stuttgart eine Wohngemeinschaft mit Betreuung ins Leben zu rufen, dann wäre das wahrscheinlich ein richtig guter Ort zum Wohnen - aber auch zum Pflegen.
Stellt sich also die Frage, wie wir es anstellen können, dass zum Beispiel Katja, Ingolf, Gaia etc. dort arbeiten könnten.

Eine Möglichkeit wäre, die drei würden angestellt werden von einem bestehenden ambulanten Dienst und vorzugsweise in der Wohngemeinschaft einsetzten würde.
Frage: Kennt sich jemand aus in der "Ambulanz-Szene" in Stuttgart? Gibt es dort einen kleinen, netten Dienst, der...??

Eine andere Möglichkeit wäre, die drei würden selbst einen ambulanten Dienst gründen.
Das würde ungefähr folgendes erfordern:
- einenVersorgungsvertrag mit der Kranken- und der Pflegekasse (SGB V und SGB XI)
- einen Mitarbeiter mit PDL-Schein (verantwortliche Pflegefachkraft nach §71 SGB XI, 460 Stunden)
- einen examinierten Kollegen zur Vertretung (sozialversicherungspflichtig angestellt)
- 24-Stunden Rufbereitschaft
- ein Büro (kann leider nicht das eigenen Wohnzimmer sein)
- ein Leitbild, ein Konzept
- diverse Anmeldungen (Gesundheitsamt etc.)
- diverse Versicherungen (Betriebshaftpflicht-Versicherung etc.)
> durch das Verfahren schleust die AOK (Stichwort: "Zulassungsvoraussetzungen")


Eine weitere Möglichkeit: die drei würden freiberuflich arbeiten und von den Bewohnern auf Honorar-Basis gebucht werden. Dieses Modell wäre ohne "Kassen-Zulassung", was für die  Bewohner bedeutete, sie hätten zwar die Pfleger ihrer Wahl aber bei der Kasse lediglich Anspruch auf 650 Euro im Monat (Pflegegeld) und müssten den Rest privat zahlen.
Das würde für jeden der Drei ungefähr folgendes erfordern:
- eine Steuernummer vom Finanzamt (unklar ist ob/wann Gewerbe- und Umsatzsteuer zu zahlen sind)
- eine Betriebsnummer beim Arbeitsamt
- eine Anmeldung beim Gesundheitsamt
- eine Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft
- diverse Versicherungen (Berufshaftpflicht-V. etc)
- eine Anmeldung als Freiberufler bei Kranken-, Pflege-, und Rentenversicherung (oder eine Privat-Versicherung)
> durch das Verfahren schleust z.B. der DBfK gegen Mitgliedschaft (15 Euro/Monat) oder eventuell eine private Vermittlungsagentur für Pflegekräfte.


Eine weitere Möglichkeit: die drei würden freiberuflich arbeiten mit Kassenzulassung (nach §77 SGBXI "Verträge mit Einzelpflegenden"). Was bedeuten würde, sie könnten mit der Kranken- und der Pflegekasse abrechnen und bekämen die Sätze je nach Pflegestufe.
Das würde erfordern:
- dass die Initiative von den Bewohnern ausgeht - oder:
- dass der Einsatz der Einzelperson "notwendig" ist
- dass der Einsatz besonders wirtschaftlich und wirksam ist
- dass auf diese Weise ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben ermöglicht wird
- dass die Einzelpflegekraft eine Vertretung sicherstellt
- dass die Einzelpflegekraft mit der Pflegekasse einen Vertrag nach §77Abs1 abgeschlossen hat.
> diese Variante ist wohl sehr selten, deshalb weiss auch keiner so richtig bescheid. Im End müsste man mit den Kassen der Bewohner einzeln verhandeln. Bei der AOK-Nordwürttemberg hab ich mal angefragt, aber bisher noch keine Antwort.

Tja und da beisst sich wohl erst mal die Katze in den eigenen Schwanz, denn ohne "OK" von der Heimaufsicht keine WG, ohne WG keine Bewohner, ohne Bewohner keine Kasse als Ansprechpartner... Insofern empfiehlt sich's wohl teetrinkenderweise zu warten und allenfalls mal zu sondieren, was es in Stuttgart so für ambulante Dienste gibt ;)


herzlicher Gruß
lalu

Mittwoch, 30. Januar 2013

Also, die aller-aller-erste Hürde wäre genommen:



denn so eine Art Konzept-Entwurf ist zusammengestrickt, genagelt und geklöppelt. Vorbild dabei waren die Konzepte von drei schon bestehenden Wohngemeinschaften in Freiburg und Potsdam. Das ganze klingt zwar noch nicht so richtig lebendig, erfüllt aber, wie ich hoffe, die formalen Anforderungen (wer das Konzept haben will, dem maile ich es gerne zu). Ab heute liegt das Ding - wenn die Post keinen Quatsch gemacht hat - auf irgend einem Schreibtisch in der Stuttgarter Heimaufsicht. Gaia und ich bleiben dran und wollen zumindest einen Gesprächstermin zur Beratung erwirken.

Jetzt geht es darum, dass die Heimaussicht prüft, ob das, was wir vorhaben ein Heim werden würde oder eine "private Häuslichkeit". Bei erstem gäbe es gleich Auflagen wie "Personal-Verordnung, Bau-Verordnung... Hygiene... Brandschutz..., was uns die Sache natürlich verunmöglichen würde. Bei einer "privaten Häuslichkeit" wäre das Leben leicht, allerdings müsste die Verantwortung halt von den Bewohnern und ihren Angehörigen, Betreuer und Freunden geschultert werden.

Die Sache in Baden-Würrtemberg ist ein bisschen komplex:
Das Heimgesetz wird hier streng ausgelegt - weshalb in Baden-Württemberg auch kaum Wohngemeinschaften mit ambulanter  Betreuung existieren.
Das Land fördert solche Gründungen nicht - weshalb auch kaum eine beratende Infrastruktur existiert.
Und in Stuttgart kommt dazu, dass die Mieten hoch und der Wohnungsmarkt dicht ist.
Wer sich einen Überblick verschaffen will, findet hier einen ganz guten Vergleich zwischen den Bundesländern, genannt "Länder-Atlas": http://www.wg-qualitaet.de/fileadmin/laender/Aktuelles-user-famev/2012/laenderatlas_2011.pdf?PHPSESSID=7a54f813ecc6001b6a38f717b50c59aa

Aber das alles ist kein Grund, zu verzagen, denn in Ba-Wü steht eine Novelle der Heim-Gesetzgebung an (zur Jahresmitte soll es Klarheit geben) und es kann, nach Aussage der WG-Experten, nur besser werden!

Dann müsste wohl unser nächster Schritt sein:
Wohnraum suchen/Stiftungen anhauen/Baugenossenschaften kontaktieren...
Bewohner finden/Angehörige gewinnen/Verein gründen...
Ambulanten Dienst finden - oder gründen (oder einen Verein freiberuflicher Einzelpfleger)...

Aber vor alledem würde sich hoffentlich jemand finden, der uns beraten und begleiten könnte... vielleicht beim paritätischen Wohlfahrsverband (http://www.paritaet-bw.de/content/e153/e178/e4099/e4101/index_ger.html#e6091)
oder beim Demenz-Support (http://www.demenz-support-bfs.de/dienstleistungen/)?


Also in jedem Fall bleibt die Sache spannend!
herzlicher Gruß
lalu




Donnerstag, 17. Januar 2013

gut, ok, bis hier hin war alles bissle zäh,


deshalb heute ein gerigfügig lustigeres - 
wenn auch nicht ganz so wichtiges - Thema:
Wenn wir also einen Verein gründen täten, 
wie sollte der heißen?

(andere Vereine heißen "Leben wie ich bin" 
oder "Freunde alter Menschen")

Und wie sollte ein Logo für den Verein aussehen? 
Vielleicht wie dieses?